HV 2010

Wertschöpfung soll im Tal bleiben

Die Gewerblerinnen und Gewerbler aus dem Neckertal trafen sich am Donnerstagabend im Hotel Krone in Hemberg zur Hauptversammlung. Nutzen von Leasing und Chancen der künftigen Bauvorhaben standen im Vordergrund.

Neckertal. Maja Meyer-Böhm, übernahm an der letzten Hauptversammlung die Spitze des Gewerbevereins Neckertal. Im Saal des Hotels Krone, blickte die Präsidentin vor 38 Mitgliedern und einigen Gästen auf das vergangene Jahr zurück. Es war Jahr voller Neuerungen, Möglichkeiten und Chancen. Die initiative Präsidentin führte das „z’Gast bim Gwerb“ ein, mischte „Kultur und Gewerbe“ und führte künftige Schulabgänger und Gwerbler am Kontaktabend „Gewerbe-Schule“ zusammen. Für diese Idee erhielt der Gewerberverein Neckertal vom „Anzeiger“ sogar eine „Brodworscht“. In guter Erinnerung blieb auch die Präsenz an der Islandpferde Weltmeisterschaft in Brunnadern oder der gemütliche Gwerbler Zmittag mit anschliessenden Informationen über das Bauprojekt Alters- und Pflegeheim Brunnadern.

Chance, oder doch nicht?

Die Präsidentin gab bekannt, dass Mirjam Lindauer, Ebersol, als Aktuarin zurücktritt. Zur Wahl vorgeschlagen wurde Sonja Anderegg Künzli aus St. Peterzell. Sie wurde von den Mitgliedern einstimmig bestätigt. Walter Fischbacher, Gemeindepräsident aus Hemberg informierte über künftige Bauvorhaben in seiner Gemeinde und sah dies als Chance für die Neckertaler Gewerbler. „Die Wertschöpfung soll im Tal bleiben“, sagte er. Ein Mitglied meinte, den Fokus auf das Bauprojekt Neubau Alters- und Pflegeheim Brunnadern gerichtet: „Die Neckertaler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich für diese Investition entschieden. Jetzt sind wir Neckertaler Bauhandwerker aufgefordert, diese Chance zu nutzen, an der offenen Ausschreibung teilzunehmen und mittels Arbeitsgemeinschaften konkurrenzfähige Offerten abzugeben“. Nebst der Wertschöpfung blieben auch die Arbeitsplätze im Neckertal. Unter den Gewerblern herrscht zum Thema Neubau Alters- und Pflegeheim eine zurückhaltende Stimmung. Von Euphorie kann keineswegs die Rede sein. Und nur auf Anfrage rückten die Gewerbler mit ihrer Meinung heraus. Die Bereitschaft sei sicher vorhanden, und Arbeitsgemeinschaften würden sich bilden, so, wie es in anderen Fällen auch schon gemacht wurde, sagte ein Mitglied. Doch vieles hänge von der Bauherrschaft ab, auch, ob die Bauarbeiten in Etappen ausgeführt werden könnten. „Es ist halt schon ein grosser Brocken“, sagte ein anderer. Wenn alles auf einmal gebaut werde, sei die Luft draussen. Ihm seien die privaten Auftraggeber fast lieber. Auch die Konkurrenz von Aussen sei nicht zu unterschätzen, hiess es weiter, man hoffe aber schon auf den „Einheimischenbonus“. „Am Ende bekommt der Günstigste den Zuschlag“, so anderes Mitglied.

Flüssig bleiben

Der Vorstand des Gewerbevereins Neckertal organisierte am Ende des statutarischen Teils einen Vortrag zum Thema „Nutzen von Leasing für Wachstum und Flexibiltät“. Marc Perstich von Raiffeisen Schweiz erklärte, wie Investitionsgüter-Leasing funktioniert: „Leasing ist ein Dreiecksgeschäft, Unternehmer, Leasinggeber und Lieferant arbeiten in einem vertraglichen Kontex zusammen. Der Leasinggeber ist Eigentümer des Objekts, der Leasingnehmer erwirbt das Nutzungsrecht“. Aus dem Dschungel der Begriffe pickte Pernstich das Financial Leasing, Leasing mit Abzahlungscharakter, und das Operate Leasing, Leasing mit Mietcharakter, heraus. Es gälte, den passenden Finanzierungsmix zwischen Eigenkapital und Fremdkapital zu finden, so Pernstich. „Leasing kann kostengünstiger sein. Vorteil von Leasing ist Liquidität“, sagte er und merkte an, dass die Liquidität durch flexible Leasingraten geschont weden könne.


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